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"Procon System GmbH feiert den Zuschuss zu ihrem Forschungs - und Entwicklungsauftrag"

Ressort Wirtschaft
Erschienen am 18.09.2008 00:00
Dreidimensional in die Zukunft
Großer Schritt - das kleine Thiersteiner Unternehmen „Procon“ erhält 300 000 Euro für die Entwicklung eines technisch völlig neuen Überwachungssystem. Es ermöglicht eine bessere Differenzierung als Bilder.
Von Christl Schemm

Thierstein – Alleine die Antragsformulare füllen einen dicken Aktenordner. Ein dreiviertel Jahr hat es gedauert, bis die Papiere komplett waren. Doch die Ausdauer und die Akribie von Wolfgang Mecklinger, seiner Frau Karin und ihrer Angestellten hat sich gelohnt. Denn die kleine Firma „Procon System GmbH“, in die sie einen Großteil ihrer Zeit und Energie investierten, hat einen dicken Batzen Geld bekommen: Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ fördert die Entwicklungsarbeit des Fünf-Personen-Betriebs mit immerhin 300 000 Euro.

Das Thiersteiner Unternehmen ist im Ortsteil Kaiserhammer angesiedelt und entwickelt seit fünf Jahren Gebäudesystemtechnik und Komponenten zur Videoüberwachung. Mit den Forschungsgeldern kann das Unternehmen einen großen Schritt nach vorn machen, wie Firmenchef Wolfgang Mecklinger bei einer kleinen Feier anlässlich der Förderzusage betonte. „Procon“ erhält die Finanzspritze zur Entwicklung eines technologisch völlig neuen Systems, mit dessen Hilfe biometrische Körperdaten anhand eindeutiger Merkmale erfasst werden können – und zwar dreidimensional und ohne das eine Berührung mit dem Überwachungssystem nötig ist.
Der Vorteil gegenüber der herkömmlichen Videoüberwachung, die „Procon“ auch betreibt, besteht laut Mecklinger unter anderem im Vermeiden von Fehlalarm. Diese seien, zum Beispiel bei großen Solaranlagen, ein „Riesenproblem“. Denn normale Überwachungsanlagen können nicht unterscheiden, ob ein Mensch oder ein Tier das zu kontrollierende Areal betreten habe. Deswegen sei im Gegensatz zu Bildern eine weitere Dimension nötig. Diese werden durch Messpunkte auf Gesicht und Körper eines Menschen als sogenannte dreidimensionale Punktwolke hergestellt und biete mehr Differenzierungsmerkmale, als dies bisher möglich gewesen sei.

Auf Wachstumskurs
"Mit dem neuen Drei-D-Modell können Messwerte für den Vergleich mit Menschen erstellt werden. Das ist quasi ein virtueller Gipsabdruck, der wesentlich genauere Vergleiche als mit Bildern ermöglicht", sagte Klaus Denker, Diplom-Informatiker der Universität Kaiserslautern, die den wissenschaftlichen Teil der Forschung übernimmt. Die Entwicklungsarbeit ist Wolfgang Mecklinger zufolge auf zwei bist drei Jahre ausgelegt. Auch eine Anschlussförderung sei möglich. "Das bedeutet für uns Wachstum", freute sich der Firmenchef.
Diese Freude teilten auch Landrat Dr. Karl Döhler, die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger und Thiersteins zweiter Bürgermeister Dr. Thomas Geißendörfer. "Ich finde es toll, dass Forschungsmittel auch in kleine Unternehmen gesteckt werden", sagte Petra Ernstberger. "Wenn ein paar Parameter stimmen, dann funktioniert das auch. Und dann kommen auch neue Arbeitsplätze."